Moebel behandeln Interview

Aus Glittr

Wechseln zu: Navigation, Suche

Wie sieht es mit Holz für den Außenbereich aus?

Für außen nimmt man z.B. harzhaltige Hölzer. Wenn man etwa Lärche verwendet, kann man es außen verbauen, ohne anstreichen. Lärche hält ein Leben lang ohne Oberflächenbehandlung. Nur wenn einmal eine Oberfläche drauf kommt, muss man sie immer streichen, wie alles andere.
Die Lärche bekommt einen gewissen silbergrau-braunen Ton, das ist der Naturton und der natürliche Schutz.
Gartenmöbel

Wenn einem das gefällt, dann kann man Lärche unbehandelt für außen verwenden. Das heißt, es gibt auch hier die ganz normalen Hölzer und ihre normalen Anwendungsbereiche. In höher gelegenen Gebieten z.B. im Gebirge sind die meisten Holzfassaden und die Heustadel aus Kiefer - unbehandelt. Die werden zwar grau und sehen verwittert aus, aber trotzdem fault das Holz nicht. In höher gelegenen Gebieten deshalb, weil es die entsprechende UV-Strahlung ist, die in Verbindung mit dem Holz den Schutz gibt.
Wenn man jetzt z.B. Fichte-Holz an der Nordsee nimmt, ist das schnell kaputt. Das eine Holz geht hier wegen den UV-Strahlen kaputt und das andere dort wegen Salz usw. Es gibt die verschiedensten Hölzer für die verschiedenen Gebiete und alles hat seinen Platz.

Wie werden Möbel behandelt?

Das ist eine gute Frage. Wie gesagt, Lärche kann ohne Behandlung außen verwendet werden, das ist aber so ziemlich das einzige heimische Holz, das außen ohne Oberfläche sein kann. Alles andere muss, wenn es der Witterung ausgesetzt wird, durch Lacke oder Lasuren geschützt werden.

Im Haus müsste man theoretisch nichts drauf tun, wenn man nicht damit wohnen würde. Dann bleibt es so wie es ist. Wenn man natürlich eine Türe hundertmal am Tag auf und zu macht, die Hände aber nicht sauber sind, wird auch das Holz schmutzig. Das Holz nimmt alles auf, weil es eine offene Oberfläche hat.
Damit das Holz dort, wo man es mit fettigen Händen anfasst nicht verschmutzt, muss man etwas drauf tun, z.B. Lack, Öl oder Wachs - etwas, was die offenen Holzporen schließt, dass Feuchtigkeit und Fett nicht ins Holz eindringen kann.
Die Behandlung dient nur dem Schutz der Oberfläche vor der Umwelt und dem Gebrauch.

Ist auch die Holzart ausschlaggebend?

Es gibt verschiedene Hölzer, wie z.B. Ahorn. Bei Ahorn denkt der Schreiner automatisch an Wirtshaustischplatten, die sind aus Ahorn massiv. Oder Hackstöcke, die Fleischbretter von Metzgern, sie sind auch aus Ahorn, weil Ahorn ein geschlossenporiges Holz ist. Das heißt, es ist sehr dicht, es ist Hartholz, sehr schwer und es hat antibakterielle Wirkung. Es ist also weitgehend keimfrei. Das ist anderes Holz nicht, denn wenn es Poren hat, können Keime eindringen und es kann schimmeln, faulen oder gären.
Deshalb haben die alten Wirtshaustische Ahorntischplatten. Die werden dann einfach nass abgewischt oder mal geschrubbt, dann ist der Schmutz runter und übrig bleibt wieder die helle Ahorntischplatte. Das sind die ganz alten Tische, die gibt es heute noch. Sie sind 50 und 100 Jahre alt und ihnen fehlt nichts.



Hier geht's weiter Im folgenden Abschnitt des Interviews erfahren Sie mehr über die Oberflächenbehandlung von Holz.
 
Special
Persönliche Werkzeuge